Er gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Pianisten der Gegenwart. Sein Spiel ist auf zahlreichen preisgekrönten CDs dokumentiert, die Zeugnis von der enormen Breite seines Repertoires ablegen.

Als charakteristische Eigenschaft seines Spiels wird von der Kritik immer wieder die erstaunliche Balance zwischen brillanter Virtuosität und musikalischer Verinnerlichung im Spannungsfeld zwischen einer stark ausgeprägten Individualität einerseits und kompromissloser Werktreue andererseits gelobt.
Nach nur zwei Jahren Klavierunterricht gewinnt der elfjährige Kölner 1966 den ersten Preis des „Jugend musiziert“ Wettbewerbs in seiner Heimatstadt. Doch erst nach Jahren weiteren Studiums folgen im Alter von neunzehn Jahren seine ersten öffentlichen Auftritte, dann allerdings mit Werken wie dem 2. Klavierkonzert von Brahms oder den Sonaten op. 106 und op. 111 von Beethoven für sein Recital-Debut. Bei einem Meisterkurs lernt er die russische Pianistin Tatiana Nikolaieva kennen, mit der in den folgenden Jahren immer wieder arbeitet. 1976 geht der junge Pianist für sieben Jahre in die USA, wo er als Stipendiat der weltberühmten Juilliard School sieben Jahre lang bei Sascha Gorodnitzki studiert, einem Schüler des legendären Josef Lhevinne.

Michael Korstick

Nach dem Gewinn zahlreicher Preise und Auszeichnungen bei den bedeutendsten internationalen Wettbewerben kehrt Michael Korstick 1983 nach Deutschland zurück, wo er seine Konzertlaufbahn beginnt, Klavierabende im ganzen Land gibt und mit den meisten deutschen Sinfonieorchestern konzertiert. Sein vielfältiges Repertoire umfasst schon zu dieser Zeit Werke aus allen Stilepochen, darunter den Zyklus sämtlicher Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, den er mehrfach öffentlich spielt. Die Zahl der von ihm gespielten Werke für Klavier und Orchester wächst kontinuierlich auf bis heute über 120 Titel an. Neben sämtlichen Konzerten von Beethoven, Liszt, Brahms, Tschaikowsky, Rachmaninoff, Prokofieff und Bartók finden sich in seinem Repertoire viele Werke abseits des Mainstreams, für die sich Michael Korstick immer wieder einsetzt, so etwa das Konzert von Ferruccio Busoni, das er mehrfach zur Aufführung bringt, das Konzert von Samuel Barber, dessen chilenische Erstaufführung 1992 in seinen Händen liegt, Liszts wiederentdecktes Klavierkonzert Es-Dur op. post. oder Wladyslaw Szpilmans Concertino, welche er beide für den Bayerischen Rundfunk als Ersteinspielungen aufnimmt, wie auch das Konzert von Siegfried Matthus, das er 1994 in Frankfurt/Oder erstaufführt. Auch seine internationale Konzerttätigkeit weitet sich aus, er konzertiert in Asien, Nordafrika und Südamerika. Als Höhepunkt seiner regelmäßigen Konzertreisen nach Südamerika gilt eine Reihe von Konzerten mit dem Orquesta Sinfónica de Chile, in der einen sensationellen Erfolg mit der Aufführung beider Klavierkonzerte von Brahms an einem Abend feiert.
1997 ergibt sich durch das Engagement eines Sponsors die Möglichkeit für den überaus kritischen Künstler, zwei CD-Produktionen nach seinen Vorstellungen realisieren zu können, ohne Rücksicht auf Marktmechanismen nehmen zu müssen. Er entscheidet sich für das Risiko, nur Werke aufzunehmen, die eine zentrale Stellung in seinem Konzertrepertoire einnehmen, also nicht Nischenrepertoire, sondern Standardwerke, mit denen er sich dem Vergleich mit den großen Pianisten der Vergangenheit und Gegenwart zu stellen haben würde.

Michael Korstick

Innerhalb von 2 Wochen entstehen Aufnahmen der letzten drei Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven sowie von Liszts h-moll-Sonate, Chopins Polonaise-Fantaisie und Schumanns Carnaval, die bei ihrer Veröffentlichung von der Presse als Sensation gewertet werden und den Namen Michael Korstick in kurzer Zeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Es folgen wichtige Konzerte, etwa mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer in der Alten Oper Frankfurt, und Auslandstourneen, u.a. nach Mexiko, Spanien und Korea, sowie Südamerika. Eine dritte CD erscheint, diesmal mit Werken russischer Komponisten. In Deutschland ist Michael Korstick mit Beethoven-Sonatenzyklen zu hören, zudem unternimmt er eine Tournee mit der Staatsphilharmonie Krakau, mit der er innerhalb weniger Tage das Konzert von Grieg, das 1. Konzert von Chopin sowie an einem Abend beide Brahms-Konzerte spielt.
Im Sommer 2003 entstehen innerhalb von vier Tagen zwei Produktionen, die den Namen des Pianisten endgültig ins Bewusstsein eines breiten Publikums rücken: zum einen Beethovens Sonaten op. 53 und op. 106, zum anderen Schuberts große B-Dur-Sonate. Die Beethoven-Aufnahme wird von der Fachpresse zur neuen Referenz erklärt und mit Auszeichnungen überhäuft, Schuberts B-Dur-Sonate erhält den Echo Klassik 2005 als „Solistische Einspielung des Jahres“.

Es folgen Angebote der führenden Independent-Labels, für die Michael Korstick in wenigen Jahren mehr als 40 Tonträger produziert, darunter für OehmsClassics den Zyklus sämtlicher Beethoven-Sonaten auf SACD und dazu ein Schumann-Recital, für CPO einen Liszt-Zyklus mit den kompletten „Années de Pèlerinage“, sämtliche Werke für Klavier und Orchester von Dmitri Kabalevsky und Darius Milhaud sowie neben dem monumentalen Klavierkonzert von Max Reger die kompletten „Liedern ohne Worte“ von Mendelssohn, und schließlich für Hänssler Classics eine CD-Serie mit Werken des französischen Komponisten Charles Koechlin sowie eine 2011 begonnene Gesamteinspielung des Klavierwerks von Claude Debussy. Für diese Aufnahmen erhält Michael Korstick u.a. den Midem Classical Award Cannes, den Grand Prix du Disque und fünfmal den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Auch im Konzertleben wird der Name Michael Korstick zur festen Größe, hiervon zeugen sowohl seine Auftritte bei den renommierten Musikfestivals (Klavierfestival Ruhr, Schubertiade Hohenems, Europäisches Musikfest Stuttgart, Rheingau Musikfestival) als auch Konzerte in der Alten Oper Frankfurt, im Münchner Herkulessaal, in der Stuttgarter Liederhalle, in der Essener Philharmonie (hier mit dem Zyklus aller Beethoven-Klavierkonzerte), oder in der Bochumer Jahrhunderthalle mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln mit beiden Brahms-Klavierkonzerten im Rahmen des Klavierfestivals Ruhr.
Seit Oktober 2014 lebt Michael Korstick in Linz, wo er als Professor in der Anton Bruckner Privatuniversität tätig ist.

 

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