Domenico Scarlatti, 18 SonatenDomenico Scarlatti

18 Sonaten

Yevgeny Sudbin (Klavier)
BIS/Klassik Center BIS-2138 Hybrid SACD Audiophil

BIS-Chef Roland van Bahr lobte persönlich diese Aufnahme. Ja, der Klang besitzt Körperhaftigkeit, aber die eigentliche Sensation ist das Spiel Sudbins. Interessanterweise hat der Russe vor genau zehn Jahren seine erste CD bei BIS ebenfalls Scarlatti gewidmet. Seine Beethoven-Konzerte hatten mich begeistert, und so war ich jetzt doppelt gespannt. Sudbin betrachtet diese 18 Sonaten als genial „verspielte“ Stücke, in denen Scarlatti auch Umweltgeräusche, Klänge oder Instrumente imitiert. Sudbin wandert als scheinbar improvisierender Reisender durch diese Gefilde und gestaltet sie mit Lust weiter. Wenn etwa ein Christian Zacharias (MDG) den stetig pochenden Puls dieser Musik betont, so hält es Sudbin eher mit den jungen, feinsinnigen Klavier-GestalterInnen, wie Claire Huangci (Berlin Classics) oder Alexandre Tharaud (Warner). Da gibt es keine stereotype Wiederholung, keinen athletischen Leerlauf, sondern Sudbin scheinen eine Million von Ton-Schattierungen zu eigen zu sein, die er auch ganz zielführend einsetzt. Natürlich findet man perfekt geölte Läufe und Wirbelwindschnelle Triller, aber der Swing und die Zwischentöne lassen bei einer Sonate an Bach und bei einer anderen gar an Debussy denken. Scarlatti, das verspielte Chamäleon. Jetzt aufgespürt. Herrlich! Ludwig Flich

 

 

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