Ludwig van Beethoven, Nikolaus Harnoncourt, Concentus MusicusLudwig van Beethoven

Symphonie Nr. 4 in B-Dur, op. 60
Symphonie Nr. 5 in c-Moll, op. 67

Nikolaus Harnoncourt, Concentus Musicus
Sony Classical 8481489 CD Audiophil

Bei der für ihn üblichen Ansprache vor diesem „Abschiedskonzert” im Mai 2015 (Harnoncourt beendete ein paar Monate später aus Gesundheitsgründen seine musikalische Mission) meinte der Dirigent: „Nach dem Konzert werden Sie nicht mehr der sein, der Sie vorher waren.“ Recht hatte er! Vor allem die Fünfte geriet zur ungewöhnlichsten aller heute wesentlichen Interpretationen. Selbst Skrowaczewski, Leibowitz oder Immerseel griffen nicht so radikal nach den Sternen. Harnoncourt ortet ein Befreiungs-Opus – vom Kettenrasseln (nicht Schicksals-Klopfen) bis zur Rettung in „freier Luft“ -, und im Wiener Musikverein jubelten sinngemäß im Finale die drei Posaunen und die Pikkoloflöte vom Orgelbalkon herunter. Der Mitschnitt des mit Standing Ovations bedachten Konzerts verewigt diesen Klang-Effekt wie viele andere – etwa die ungestümen Naturhörner, die knarzenden Kontrabässe oder die schimmernden Holzbläser und Streicher – herrlich transparent und dynamisch (Ton: Rene Möller). Harnoncourt lässt Motive, etwa im Andante [6], mit elastischem Rubato herausarbeiten, nimmt auch das Tempo zurück, um Klangfarbenmischungen wirken zu lassen. Inklusive der unregelmäßigen Schlussakkorde wirkt dieser Beethoven revolutionärer als je zuvor. Eine Ereignis voller Wunder! Entfesselnd und großartig! Ludwig Flich

 

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