Ludwig van Beethoven, Diabelli Variationen, Friedrich Gulda (Klavier)Ludwig van Beethoven

Diabelli Variationen

Friedrich Gulda (Klavier)
MPS/edel 0300723MSW CD

Es gibt viele Diabelli-Variationen, aber gerade die mit Gulda zeigen den Himalaya: Jenseitig, gratwandernd, dynamisch, grenzgenial. Die Originalaufnahme entstand 1970 im MPS-Tonstudio in Villingen, und MPS-Gründer Hans Georg Brunner-Schwer hatte sich eine ungewöhnliche Aufnahmetechnik zu Eigen gemacht. Er mikrofonierte ganz knapp über den Klaviersaiten, was sowohl einen dynamischen Klang garantierte wie auch Raumeinflüsse oder Nachhall reduzierte. Diese Unmittelbarkeit überträgt sich nun auf das direkte, aber füllige Klangbild, das den Flügel quasi ins Zimmer hievt. Gulda war in Höchstform: das ist nicht bloß physisch, sondern mental. Die 33 „Veränderungen“ (Variationen) über den Walzer des Wiener Musikverlegers Diabelli geraten zu einem Spiegelkabinett von Stilen vom Barock bis in die Moderne, und dank seiner damals wahnwitzigen Technik kann Gulda auch schnellste Gegenbewegungen, Impulspakete oder Dauerläufe noch dynamisch befeuern. Da groovt und jamt es, dass es eine Freude ist, und dann gibt es wieder abstrakte Klangflächen und tastende Töne, die an zeitgenössische Experimente denken lassen. Guldas Beethoven ist ein Spiegel seiner selbst: ein revolutionärer Prometheus, der die Macht fader Gewohnheiten furchtlos vertreibt. Ein pianistischer Feuerzauber! Ludwig Flich

 

 

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